Wissensbasis und Innovation

Herausforderungen für die Innovationspolitik


Ausgangspunkt der Überlegungen ist der Lissabon-Prozess der Europäischen Union. Dieser im Jahr 2000 eingeleitete Prozess, der zum Ziel hat, die Europäische Union bis zum Jahr 2010 zur dynamischsten und wettbewerbsfähigsten Region der Welt zu machen, ist ‚prekär’ geworden: Die Erreichung seiner Ziele ist – wie der Kok-Bericht festhält – unsicher, die Fortschritte dahin bisher jedenfalls unzureichend. Im Gegenteil scheint es so, dass die Staaten der EU an Boden gegenüber den USA und asiatischen Ländern verlieren bzw. eine geringere Wachstumsdynamik als diese aufweisen. Aus diesem Grund ist die Innovationspolitik auf der europäischen wie auf der nationalen Ebene gefordert: die Grundannahmen und Zielsetzungen des Prozesses müssen kritisch durchleuchtet und gegebenenfalls neu definiert und vor allem in neue Anstrengungen der Innovationspolitik übersetzt werden.


Dabei lag ein weiterer Innovationsbegriff zugrunde, wie ihn auch die Europäische Kommission definiert, nämlich als „in Wirtschaft und Gesellschaft Neuerungen hervorbringen, anwenden und erfolgreich nutzen“ . Dabei ist Innovation weit mehr als die erfolgreiche Anwendung von Forschungsergebnissen und umfasst auch nichttechnologische (organisatorische, logistische, finanz- und personalwirtschaftliche, vermarktungsrelevante, designorientierte, touristische, etc.) Innovationen.

Trotz der generell positiv zu bewertenden Entwicklung der letzten Jahre besteht für die Innovationspolitik weiterhin erheblicher Handlungsbedarf:

  • so ist die F&E-Intensität in den o.a. Vergleichsländern schneller gestiegen bzw. schon länger auf einem hohen Niveau, sodass auch hier für Österreich weiterhin Aufholbedarf besteht, der durch Verbesserung der öffentlichen Förderung (weitere Erhöhung der Mittel, Optimierung des Instrumenten-Mix der Förderung) und durch verstärkte Anreize für private Finanzierung (z.B. über Ausgestaltung der Venture Capital Märkte) angesprochen werden muss.
  • die Marktbedingungen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite müssen verbessert werden: der positive Effekt des Wettbewerbsdrucks auf den Strukturwandel müsste aufrechterhalten und die entsprechenden Regulierungsregime innovationsfördernd gestaltet werden, die öffentliche Nachfrage sollte verstärkt innovationsstimulierend eingesetzt werden und generell bessere Wachstumsbedingungen geschaffen werden.
  • Zudem braucht ein neues ‚Wachstumsregime’ auch entsprechende Entwicklung von Humanressourcen – sowohl von ForscherInnen als auch generell in der Form einer Erhöhung des Ausbildungsgrades.
  • Darüber hinaus besteht weiterhin erheblicher Spielraum in der Verbesserung des Zusammenspiels der innovationspolitischen Akteure durch eine bessere Gestaltung der ‚Governance’ der Innovationspolitik, insbesondere in der Frage der Arbeitsteilung zwischen EU, Nationalstaat und Bundesland.

Die für die Umsetzung erfolgreicher Innovationspolitik erforderlichen Aktivitäten zur Steigerung der Qualifizierung der Beschäftigten werden – in Übereinstimmung mit dem Strategischen Programm „Innovatives OÖ 2010“ – begleitend außerhalb des EFRE und ESF-kofinanzierten OP-Bereiches durchgeführt werden.